Grundlage der öffentlichen Zuschreibung des Drohnenvorfalls am Flughafen Leipzig/Halle an Russland durch die Europäische Kommission

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung an die Kommission
Friedrich Pürner (NI)

In einer öffentlichen Stellungnahme zum Drohnen-Vorfall vom 4. August am Flughafen Leipzig/Halle bezeichnet Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen diesen als einen Angriff Russlands und erklärte die Solidarität der Europäischen Union mit Deutschland.
Vor diesem Hintergrund bitte ich um Auskunft zu den folgenden Fragen:

  1. Auf welche konkreten Tatsachen, Beweise oder Erkenntnisse stützt sich die öffentliche Zuschreibung des Vorfalls an Russland durch die Kommission?
  2. Aus welchen Quellen stammen diese Informationen, und inwieweit beruhen sie auf eigenen Erkenntnissen der Kommission beziehungsweise auf Informationen oder Bewertungen deutscher Behörden und Nachrichtendienste?

Antwort der Hohen Vertreterin/Vizepräsidentin Kaja Kallas im Namen der Europäischen Kommission

28.10.2026

Die Hohe Vertreterin/Vizepräsidentin verweist auf die Erklärungen des deutschen Innenministers und des deutschen Außenministers auf der Pressekonferenz vom 1. September 2026[1], in denen der Drohnenangriff am Flughafen Leipzig vom 4. August 2024 eindeutig Russland zugeschrieben wurde.

Die EU-Analyseeinheit für hybride Bedrohungen unterstützt innerhalb des EU-Zentrums für Informationsgewinnung und Lageerfassung die Lageerfassung der EU in Bezug auf hybride Bedrohungen. Sie bringt Informationen aus verschiedenen Quellen, einschließlich der freiwillig von den Mitgliedstaaten bereitgestellten nachrichtendienstlichen Beiträge, zusammen und analysiert diese.

Russland führt seit Jahren hybride Kampagnen gegen die EU und ihre Mitgliedstaaten, und böswillige Aktivitäten haben seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter zugenommen. Die Hohe Vertreterin bzw. der Hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik haben mehrere Erklärungen zu den anhaltenden hybriden Aktivitäten Russlands gegen die EU und ihre Mitgliedstaaten abgegeben[2] und darin auf das zunehmende Ausmaß und die zunehmende Schwere der hybriden Aktivitäten Russlands gegen die EU und ihre Mitgliedstaaten aufmerksam gemacht, auch in früheren Erklärungen im Namen der EU. Diese Erklärungen spiegeln die Einschätzung der EU in Bezug auf das sich wandelnde Bedrohungsumfeld wider.


[1] Erklärung von Außenminister Wadephul auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Dobrindt. https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2800598-2800598.

[2] Erklärung des Hohen Vertreters im Namen der EU zu den anhaltenden hybriden Aktivitäten Russlands gegen die EU und ihre Mitgliedstaaten: https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2024/10/08/hybrid-threatsrussia-statement-by-the-high-representative-on-behalf-of-the-eu-on-russia-s-continued-hybrid-activity-against-the-eu-and-its-member-states/; Erklärung der Hohen Vertreterin im Namen der EU zur Verurteilung der anhaltenden hybriden Kampagnen Russlands gegen die EU, ihre Mitgliedstaaten und ihre Partner: https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2025/07/18/hybrid-threats-russia-statement-by-the-high-representative-on-behalf-of-the-eu-condemning-russia-s-persistent-hybrid-campaigns-against-the-eu-its-member-states-and-partners/.