In den Schützengräben wartet der Tod – dort entsteht kein Frieden

In den stillen Augenblicken, wenn die Sonne nur ein flüchtiger Gast am Horizont ist und die Dämmerung mich umarmt, fühle ich Geborgenheit. Dieses zarte und warme Licht war für mich jeher ein Symbol der Hoffnung. Ein Licht der Hoffnung – sanft und für den Frieden stehend.

Stellen Sie sich vor, wie ein junger Mann, voller Träume, voller Liebe und Unschuld nun im Schützengraben kauert. Seine Hände, die einst Bücher, die Hand seiner Liebsten oder seiner Eltern hielten, greifen jetzt nach Waffen.

Sein Atem, der früher unbeschwert war und nur durch sportliche Aktivitäten oder Aufregung vor Prüfungen schneller ging, ist jetzt schwer beladen mit Angst und der eisigen Kälte der Erwartung des Todes. Jeder Herzschlag könnte der letzte sein, jeder Schritt könnte ihm den Tod bringen. Angst macht sich breit.

Im Angesicht des Feindes, dessen Gesicht er nie sehen, dessen Geschichte er nie hören wird, ist jeder Soldat zu bedauern. Ihre Körper werden zu Schlachtfeldern. Kugeln durchschneiden nicht nur Fleisch, sondern auch die Zukunft.

Wir sehen sie nicht. Diese jungen Frauen und Männer, deren Augen das Grauen reflektieren, deren Körper von den Narben der Schießerei gezeichnet sind, deren Gliedmaßen teilweise fehlen, deren tote Körper in den Gräben liegen – oft bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Als hätte der Krieg sie als Zeugnis seines Wahnsinns genommen. Doch dieses Zeugnis bleibt verborgen. Wer jemals diese Abscheulichkeit sehen muss, kann nur noch den Frieden wollen.

Der Tod auf dem Schlachtfeld ist nicht edel, nicht glorreich. Er ist grausam und oft banal. Es gibt keine heroische Sinfonie beim letzten Atemzug. Nur das flache, verzweifelte Keuchen, wenn das Leben langsam ausläuft und wie Sand durch die Finger rinnt. Ich kenne den Prozess des Sterbens. Viele Menschen sah ich, als der Tod sie bei der Hand nahm. Kein Mensch, der voll bei Sinnen ist, kann wollen, dass junge Menschen sinnlos ihr Leben geben.

Nicht die Mutter umarmt nun ihr Kind. Die kalte Erde ist es. Die zerfetzte Uniform ist sein Leichentuch. Das Blut, das in den Boden sickert, nährt nicht die Blumen, sondern dient als stummer Beweis für die Absurdität des Krieges.

Aus den Gräbern heraus werden wieder Blumen wachsen. Für alle, die wissen, was geschah, ein zynischer Hohn. Blühen sie doch aus dem Tod heraus, als ob das Leben selbst noch eine letzte, trotzige Geste machen wollte.

Mit dem Tod sind Träume in den Augen der Gefallenen verblasst. Erloschen.

Was ist mit der Liebe, der Hoffnung, den Plänen, die nun in der Dunkelheit verloren sind? Alles weg. Ja, das Leben geht weiter. Aber nicht mehr für jeden. Dass der Tod uns eines Tages holen wird, ist eine Tatsache. Aber in einem Krieg sterben? Für wen? Für was?

Und doch, trotz aller Trauer inmitten des Chaos, inmitten der Schmerzensschreie und der stummen Tränen der Hinterbliebenen, muss sich jetzt eine leise, aber beständige Melodie erheben. Es muss der Wunsch nach Frieden gesungen werden.

Es ist an der Zeit, einen unerschütterlichen Weg zu gehen. Wir müssen ihn gehen. Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit von Verständnis, von Mitgefühl und von gelebter Menschlichkeit, die uns alle verbindet.

Frieden ist, wenn wir die Hand ausstrecken, nicht um zu schlagen, sondern um zu helfen und um zu heilen. Er ist der Moment, in dem die Waffen schweigen – nicht um neu geladen zu werden, sondern um stumm zu bleiben. Für immer. Es ist der Augenblick, in dem wir erkennen, dass unser größter Feind nicht der Andere ist, sondern unsere eigene Unfähigkeit, Liebe über Hass und Zusammenarbeit über Konfrontation zu stellen.

Es braucht jetzt ein unvergängliches Versprechen für uns alle. Eine Friedensformel. Sie könnte lauten:

„Ich schwöre, dass Frieden mein unverrückbarer Pfad sein wird. Denn in jedem zerstörten Dorf, in jedem verlassenen Haus und in jedem gebrochenen Kind liegt eine Erinnerung daran, was Krieg ist – ein sinnloses, gewaltsames Spiel, dessen Preis die Menschlichkeit ist. Jeder Schritt auf diesem Weg des Friedens ist ein Schritt zur Heilung, zur Versöhnung und zu einer Welt, in der Kinder spielen können und nicht zum Töten erzogen werden. In der die Musik der Lieder lauter ist als das Krachen der Explosionen. Wo die dunkeln Farben der Kriegsfelder durch die hellen und farbigen Blüten des Friedens ersetzt werden.

Mit jedem Atemzug, mit jedem Herzschlag gebe ich das Versprechen: Für Frieden, für das Leben, für die Freiheit und für die Liebe. Denn in einer Welt, die sich in der Dunkelheit des Krieges verliert, soll das Licht des Friedens unser unerschütterliches Zeichen sein.“

Freunde, fangen wir an.